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Neues aus Wilhelmsburg » Die Shell-Kühltürme sind weg
Neues aus Wilhelmsburg

Die Shell-Kühltürme sind weg
:45 von Silke

Sie waren 65 Meter hoch und ließen regelmäßig Wasserdampfwolken sehen. Die neue, kompaktere Anlage fällt auf dem Gelände kaum noch auf.

Von Jochen Gipp

Wilhelmsburg -
Zugegeben, auf dem Gelände der Wilhelmsburger Shell-Raffinerie an der Hohe-Schaar-Straße ragt einiges in die Höhe. Schornsteine und Lagertanks beispielsweise oder auch die immer brennende Gasfackel und nicht zuletzt die beiden Windräder am Nordufer der Süderelbe.

Wer nur gelegentlich an dem Industriekomplex vorbeikommt, wird feststellen, dass inzwischen zwei der über Jahrzehnte das Gelände prägende Erhebungen fast spurlos verschwunden sind: Die beiden jeweils 65 Meter hohen Kühltürme. Nur noch ihr Unterbau aus Stahl und Beton ist beim Blick über die Werksmauer zu erkennen.

Was macht die Shell-Raffinerie ohne Kühltürme? Antwort: Sie produziert weiter - mit neuer Kühltechnik. Die ist nur noch 17,5 Meter hoch und fällt in dem allgemeinen Betriebsgewusel aus Schloten, Kästen und Rohren kaum noch auf. Die neue Kühl-anlage verbessert nach Unternehmensangabe den gesamten Raffinerieprozess und hat außer ihrer Höhe von 17,5 Meter noch 20 Meter Breite und 60 Meter Länge zu bieten.

Pro Stunde rauschen gut 8800 Kubikmeter kochend heißes Wasser - etwa der Inhalt von 100 000 Badewannen - durch ihr Rohrsystem. Bei den alten Kühltürmen stiegen Wasserdampfwolken in 65 Meter Höhe in den Himmel. Mit der neuen Kühltechnik ist dagegen eher Bodennebel angesagt. Er hüllt nun Teile des Geländes insbesondere bei niedrigen Außentemperaturen ein.

Die Shell-Raffinerie auf der Hohen Schaar ist seit 1958 in Betrieb und steht über Rohrleitungen unter der Elbe mit dem Harburger Werksteil in Verbindung, der bereits seit 1929 existiert. Am Standort wurden vergangenes Jahr 4,6 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet. Produziert wurden 1,1 Millionen Tonnen Benzin. Das sind etwa 4,6 Prozent des Gesamtverbrauchs in Deutschland. Außerdem 1,2 Millionen Tonnen Diesel und nicht zuletzt 0,7 Millionen Tonnen leichtes Heizöl. Und die Fans von Schumi, Ferrari und Formel 1 kennen das gelbe Shell Emblem am roten Renner. Getankt wird für jede Strecke speziell komponierter Rennkraftstoff Made in Wilhelmsburg.

Die Raffinerie hat im Hafen eigene Anleger für See- und Binnen-Tankschiffe. Die Rohölversorgung erfolgt ausschließlich über Seeschiffe. Die Erzeugnisse werden zu 45 Prozent per Binnenschiff transportiert, 40 Prozent per Tanklastwagen und 15 Prozent per Eisenbahn-Kesselwagen. Die Raffinerie Harburg - so lautet der Werksname auch für den Wilhelmsburger Betriebsabschnitt - beschäftigt 550 Mitarbeiter verschiedener Fachrichtungen sowie gut 250 Mitarbeiter von Partnerfirmen, die regelmäßig im Einsatz sind. In Berufsausbildung befinden sich 40 junge Leute.

Seit Mitte 2002 gehört auch das ehemalige DEA Werk Grasbrook zu Shell.


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Neues aus aller Welt » Umstrittene Ausstellung jetzt geschlossen
Neues aus aller Welt

Umstrittene Ausstellung jetzt geschlossen
:37 von Silke

Die Figuren sind in China hergestellt. Das betrogene Museum entschuldigt sich. Jetzt haben die Juristen das Wort.

Von Matthias Gretzschel

Hamburg -
Das Hamburger Völkerkundemuseum steht vor einem Scherbenhaufen. Nach tagelangem Rätselraten um die chinesischen Terrakotta-Krieger hat sich jetzt bewahrheitet, was viele längst befürchtet hatten: In dem renommierten Haus an der Rothenbaumchaussee stehen keine Original-Krieger der weltberühmten Terrakotta-Armee des ersten chinesischen Kaisers (259 bis 210 v. Chr.), sondern lediglich Kopien, die in China kommerziell hergestellt wurden.

"Wir haben niemals den Begriff Originale verwendet." Mit dieser ebenso dreisten wie verblüffenden Aussage räumte Yolna Grimm, Sprecher des Center of Chinese Art and Cultur (CCAC), jetzt ein, was er zuvor tagelang zu bemänteln und zu vertuschen versucht hatte: Bei den Tonkriegern, die seit 25. November in der Ausstellung "Macht im Tod" im Museum für Völkerkunde gezeigt werden, handelt es sich eben nicht um die weltberühmten Objekte aus der archäologischen Ausgrabungsstätte im zentralchinesischen Xian. Im Vertrag, den das Museum für Völkerkunde Hamburg mit dem CCAC abgeschlossen hat, ist aber von "mindestens acht aus Originalmaterial bestehenden lebensgroßen Scherbenfiguren" die Rede.

Wie Museums-Geschäftsführer Thorsten Pück dem Abendblatt gestern sagte, ging sein Haus "selbstverständlich davon aus, dass mit dem Originalmaterial nur jene Scherben gemeint sein können, aus denen die berühmten Krieger in Xian nach ihrer Entdeckung wieder zusammengesetzt wurden".

Grimm definiert Originalmaterial aber ganz anders. Damit sei der Ton gemeint, der ja tatsächlich aus China stamme. "Authentisch heißt für uns: Scherbenfiguren lebensgroß, vergleichbar mit den Originalen", sagte Grimm spitzfindig und erklärte außerdem, dass die in Hamburg gezeigten Figuren von chinesischen Partnern in Xian hergestellt worden seien.

"Wir fühlen uns getäuscht. Was Herr Grimm betreibt, ist Wortklauberei", sagt Pück. Ein Anwalt prüft jetzt, mit welchen Schritten das Museum juristisch gegen das CCAC vorgehen kann.


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Sport in Wilhelmsburg » ESV Einigkeit startet Jubiläumsturnier
Sport in Wilhelmsburg

ESV Einigkeit startet Jubiläumsturnier
:16 von Silke

WILHELMSBURG -
Das Teilnehmerfeld beim 5. Süd-Cup des ESV Einigkeit Wilhelmsburg ist erlesen. Bergedorf 85, Lüneburger SK, Buchholz 08 und eine Hamburger Amateurauswahl sind beim Hallen-Fußballturnier am Sonnabend, 26. Januar, in der Sporthalle Dratelnstraße (11 Uhr) vertreten. Marvin Klock, Sohn von ESV-Manager Klaus Klock, hat die Gruppen ausgelost. In Gruppe A spielen Bergedorf 85, Amateur-Auswahl, TSV Elstorf, FC Süderelbe und der Sieger eines Qualifikationsturniers (22. Dezember). In der Gruppe B spielen Lüneburger SK, Buchholz 08, Hamm United FC, SV Wilhelmsburg und Einigkeit. Das Hallenturnier ist der Start für das Jubiläum, Einigkeit wird 100 Jahre alt.
hr


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Medien News » Große Gefühle auf großer Leinwand
Medien News

Große Gefühle auf großer Leinwand
:12 von Silke

Breitwand und Belcanto? Dolby und Donizetti? Die New Yorker Met, das größte Opernhaus der Welt, geht ganz neue Marketing-Wege. Am Sonnabend wird "Romeo und Juliette" mit Netrebko und Alagna live ins Hamburger Holi-Kino übertragen.


Anna Netrebko und Roberto Alagna. Beide singen in der New Yorker Inszenierung von Gounods Oper „Romeo et Juliette“, die am 15. Dezember live ins Hamburger Holi-Kino übertragen wird. Foto: Concorde


Von Joachim Mischke
Hamburg -
Die New Yorker Metropolitan Opera ist mit ihren 3788 Plätzen das größte und seit Jahrzehnten neben der Scala wohl auch das berühmteste Opernhaus der Welt. Das modernste in Sachen zeitgemäße Vermarktung und Eigen-PR? Sorry, eher nicht. Bis vor Kurzem galt die Met als krachkonservative, lukrative Stellfläche für teure Sänger, die mit wenig Regieaufwand in vielen Kulissen vor sich hin singen, während kunstvoll ondulierte Sponsorengattinnen sich aufs Diner freuen. Für dieses hoch dotierte Rampengesinge ganz alter Schule hatte sich ein Lästermaul die Formulierung "park and bark" (parken und bellen) ausgedacht.


Als der letzte Met-Chef Joseph Volpe seinen Kunden einen "Tristan" in der Regie des Deutschen Dieter Dorn anbot, dessen karges Bühnenbild konsequent auf Dekoratives verzichtete, wurde er prompt von beleidigten Sponsoren verklagt, weil fünf Millionen Dollar für Regietheater Marke "Eurotrash" "missbraucht" worden seien. "Personenregie", berichtete die "Zeit" kürzlich, sei in diesen sehr speziellen Geschmackszonen ein Fremdwort, das man genauso wenig übersetzen kann und mag wie "Kindergarten". Oder "Blitzkrieg".


Seit 2006 hat Peter Gelb das Sagen an der Met. Gelb war unter anderem Chef von Sony Classical und hat der Plattenfirma mit gefühligen Soundtracks und gefälligem Cross-over die Konten gefüllt. Nun ist die Met dran, mit einer Vermarktungsstrategie, die ganz neue Wege geht: Um die Marke Met global noch bekannter zu machen und auch jene Alters- und Publikumsschichten zu erreichen, die bei "Tosca" eher an Zärtlichkeit und den "Meistersingern" an Bäckerchöre dachten, überträgt die Met ausgewählte Inszenierungen in ausgewählte Kinos in den USA und Europa. So schafft es an diesem Sonnabend das Hamburger Holi, seinem Publikum die zum Kuscheln im Dunkeln geradezu ideal geeignete Gounod-Oper "Romeo et Juliette" anzubieten. Und das nicht mit irgendwem, sondern mit gleich drei Stars der Opernmanege: Goldkehlchen Anna Netrebko und Roberto Alagna in den Titelpartien, im Orchestergraben kümmert sich Plácido Domingo als väterlicher Grandseigneur um die Feinheiten der Partitur.


In einem Interview mit der "FAS" erklärte Gelb, ihm sei gar nichts anderes übrig geblieben, "als einen aggressiven, aktiven Kurs zu wählen, in dem die Oper über das Opernhaus hinaus strahlen muss. Die wichtigste Aufgabe ist es, die alte Oper jünger zu machen und sie in den kulturellen Mainstream zurückzuführen." Dafür wird dann auch geklotzt statt gekleckert: Zwölf Kameras werkeln, um sowohl die schönste Totale als auch die kleinste Stimmbandzuckung einzufangen, das Ganze kommt in HD-Bildqualität über den großen Teich. Bei den bisherigen Met-Übertragungen soll es andernorts zu spontanem Szenenapplaus gekommen sein. Kleine Warnung an alle, die nun auf den Geschmack kommen: Nein, in der Staatsoper gibt es demnächst keine Tacos und auch kein Popcorn im Familieneimer.


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Neues aus aller Welt » Wachleute an Berliner Schulen
Neues aus aller Welt

Wachleute an Berliner Schulen
:42 von Silke

Innensenator Körting: Probleme an Schulen löst man nicht paramilitärisch, sondern pädagogisch. 200 000 Euro Kosten. Vertrag läuft bis Ende des Schuljahres.

Von Barbara Möller

Berlin -
Der politisch umstrittene Einsatz eines privaten Wachdienstes an Schulen im Berliner Bezirk Neukölln hat gestern begonnen. 20 Sicherheitsleute waren an zehn Schulstandorten im Einsatz. Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky hatte zuvor von einem unausweichlichen Schritt gesprochen. Anders könne man den Eltern die Sicherheit ihrer Kinder nicht mehr garantieren: "Wir müssen den Gegebenheiten trotzen!"

Die Gegebenheiten sind so, dass in den beiden vergangenen Schuljahren 58 "Gewaltvorfälle" an Neuköllns Schulen registriert wurden. Der schwerste ereignete sich kurz vor den letzten Sommerferien, als ein 17-Jähriger einen Lehrer der Röntgen-Oberschule krankenhausreif schlug.

Für Bezirksbürgermeister Buschkowsky war das der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Der 59 Jahre alte SPD-Politiker, der zwei Jahre zuvor mit der Bemerkung "Multikulti ist gescheitert!" für Aufregung gesorgt hatte, machte 200 000 Euro in seinem Haushalt locker und suchte nach einem Wachschutzunternehmen.

Die Berliner Landesregierung reagierte verärgert. Probleme an Schulen löse man nicht paramilitärisch, sondern pädagogisch, zürnte Innensenator Ehrhart Körting (SPD). Die CDU-Opposition sekundierte ihm mit der Bemerkung, Buschkowskys Vorhaben sei "populistisch", und die Bündnis-Grünen riefen dem Bezirksbürgermeister zu: "Abrüsten, Herr Buschkowsky!"

Polizeipräsident Dieter Glietsch bot den Schulen gestern im RBB-Inforadio weitere Kooperationsvereinbarungen mit der Polizei an. Schule und Polizei seien gemeinsam in der Lage, die Sicherheit an den Schulen zu gewährleisten.

Der jähe politische Gegenwind bewog die Dussmann-Gruppe im Oktober überraschend dazu, den Auftrag zurückzugeben. Für sie sprang die Bielefelder Germania GmbH ein. Deren Geschäftsführer sprach von Neuland, das man betrete, und betonte, dass man die Mitarbeiter sorgfältig ausgesucht und vorbereitet habe.

Das zielte auf Körtings Unterstellung, der private Wachschutz werde mit paramilitärischen Einheiten für Disziplin sorgen. Diesen Vorwurf hat gestern auch Wolfgang Schimmang erneut zurückgewiesen. Neuköllns Schulstadtrat war bereits vor Unterrichtsbeginn zur Röntgen-Oberschule gekommen und erklärte vor laufen Kameras, die Wachmänner seien selbstverständlich unbewaffnet und wirkten auf ihn wie völlig normale Ordnungsamtsmitarbeiter.

Völlig normal sahen die beiden Germania-Männer, die zur gleichen Zeit vor der Rütli-Schule aufzogen, allerdings nicht aus. Der 13-jährige Burhan aus der siebten Klasse war trotzdem zufrieden. Die beiden kahl geschorenen bulligen Männer, meinte er hoffnungsfroh, würden mögliche Schläger in Zukunft wohl vom Schulhof fernhalten.

Ferngehalten wurden gestern die Journalisten. Schweigend bahnten sich die Lehrer den Weg zum Unterricht. Und die Schulleitung, die die Rütli-Schule im März 2006 durch einen Brandbrief in die Schlagzeilen gebracht hatte ("Gewalt, Respekt- und Perspektivlosigkeit machen den Unterricht an einer Schule mit einem Ausländeranteil von über 80 Prozent praktisch unmöglich"), gab keinen Kommentar ab.

Der Vertrag mit der Germania GmbH läuft bis zum 15. Juli 2008. Danach, heißt es aus der Bezirksverwaltung, werde man über eine Fortsetzung entscheiden.


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Neues aus Wilhelmsburg » In den Oberarm geschossen
Neues aus Wilhelmsburg

In den Oberarm geschossen
:10 von Silke

WILHELMSBURG -
Die Polizei fahndet nach einem etwa 27 Jahre alten und 1,80 Meter großen Mazedonier mit kräftiger Figur. Er war am Sonnabend gegen 18.15 Uhr vor einem Lokal im Vogelhüttendeich in Wilhelmsburg in einen Streit unter Landsleuten verwickelt. Er soll einen 40-Jährigen mit einer Schusswaffe ins Gesicht geschlagen haben. Dabei löste sich eine Kugel, die einen 30-Jährigen, der in der Nähe stand, in den Oberarm traf. Der Mann mit der Pistole machte sich dann aus dem Staub.
tsu


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Events in Wilhelmsburg » Wilhelmsburg
Events in Wilhelmsburg

Wilhelmsburg
:07 von Silke

Kultursommer geht weiter

Der Wilhelmsburger Kultursommer setzt sich auch im Winter fort. In der "Halle 13" in der Neuhöfer Straße 23 beginnen heute die Projekte "Lebendig für ewig" und "Zwischenräume". Es handelt sich um Rauminstallationen, Fotos und Skulpturen. Die Schau dauert bis zum 22. Dezember. Außerdem finden in der Halle Rezitationen und Gesangsdarbietungen statt. Zum Auftakt sind heute ab 20.30 Uhr Sandra Maria Schöner und die Pianistin Laia Genc sowie ein Trio des Salonorchester Café Royal zu hören. Schöner und Genc treten auch am 11. Dezember auf. Für den 16. Dezember hat sich Yoko Tawada mit einer Lesung angekündigt. Zum Ausklang spielt Oliver Frei am 22. Dezember um 12 Uhr eigene Kompositionen.
A.Br.


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Medien News » Anregend wie ein Kurzurlaub
Medien News

Anregend wie ein Kurzurlaub
:01 von Silke

"Miss Bollywood" ist eine professionelle Tanz- und Kostümschlacht - schön und kitschig.


Sie ist wohl Indiens derzeit erfolgreichster Exportschlager: Shilpa Shetty tanzt mit Grazie und Energie. Im Gespräch ist sie sogar als das nächste Bondgirl. Foto: Brinckmann


Von Maike Schiller

Hamburg -
Fast beiläufig hebt die Frau ihren hellgrünen Sari an und steigt über einen Scherbenhaufen. Der S-Bahnhof Stellingen riecht nach Bier und enttäuschten Fußballfans. Seit rund zwei Stunden ist das HSV-Spiel vorbei. In Stellingen, von wo aus die Shuttle-Busse zu beiden Hamburger Arenen abfahren, spürt man noch die Nachwehen. Indien ist weit weg in diesem Moment. Könnte man glauben.

Tatsächlich dauert es keine fünf Minuten bis in die Color-Line-Arena, wo schon indische Großfamilien unter entschlossener akustischer Beteiligung aller Mitglieder Eintrittskarten untereinander verteilen und wo am rührend provisorischen Verkaufsstand die gefühlten Inderinnen in den quietschbunten Plastikarmreifen und Glitzeroberteilen (vorrangig in Größe 42 und 44) wühlen. "Miss Bollywood" steht auf dem Programm. Ein Musical, nein, eher ein "Dancical" aus London, das vom Boom der bombastischen Bollywood-Blockbuster profitieren will.

Der allerdings scheint in Deutschland seinen Höhepunkt überschritten zu haben: Bis auf die Hamburger Vorstellung sind alle deutschen Gastspiele abgesagt worden, die Color-Line-Arena ist zur Hälfte mit schwarzen Tüchern abgehängt. Jene jedoch, die gekommen sind, lassen sich ihren Enthusiasmus nicht nehmen - immerhin spielt sie die Titelrolle: Shilpa Shetty, Bollywoods anmutiger und derzeit erfolgreichster weiblicher Exportschlager.

Ihren Ruhm verdankt Shetty im fernen Osten einigen Bollywood-Kassenschlagern und -Auszeichnungen, im Westen vor allem der Teilnahme an der britischen Prominenten-Staffel von "Big Brother", bei der sie rassistischen Beschimpfungen durch ihre Mitbewohner ausgesetzt war. Wenig später wurde sie von Richard Gere auf offener Bühne abgeknutscht, was im Westen wie im Osten für Aufregung sorgte - hier verzückt, dort empört. "Bevor die Weltpresse sie ins Lampenlicht zerren konnte, war sie ein einfaches indisches junges Mädchen", klärt der Veranstalter über Shilpa Shetty auf. Das "Lampenlicht" kann ihr nicht allzu sehr missfallen haben: Jetzt ist Shilpa Shetty als nächstes Bond-Girl im Gespräch - und als "Miss Bollywood" europaweit auf Tour.

Ihre Show ist - trotz des ausbaufähigen Besucheransturms - eine absolut professionelle Tanz- und Kostümschlacht. Die Geschichte um ein einfaches Einwanderermädchen, dessen Familie vom vermeintlich bösen Bürgermeister aus dem abrissgefährdeten Haus getrieben werden soll und das durch Talent und Herz nicht nur einen Tanzwettbewerb, sondern auch einen guten Mann gewinnt - nun ja, geschenkt. Schlicht, unendlich kitschig, moralisch tadellos. Nachhaltiger beeindrucken die ständig wechselnden Kostüme, die bonbonbunten Farben, die Massentanzszenen, in denen die Männer anzüglich ihr Gemächt schlackern, während der weibliche Teil des Publikums beseelt aufkiekst. Und die Musik natürlich, jene verpoppt orientalische, leicht überfordernde Gewürzmischung aus traditionellen Rhythmen, scheppernden Klängen, Hip-Hop-Beats, hier ein Funken Flamenco, dort eine Prise Michael Jackson. Wie ihre Tänzer transportiert Shetty Grazie, Professionalität und Energie, der alberne Humor der Dialoge wird durch die furiosen Bewegungsabläufe allemal wettgemacht.

Zum aufgekratzten Schlussbild stürmt das Ensemble das Parkett und fordert die brav mitklatschenden Zuschauer zum hemmungslosen Tanz auf. Hanseatische Zurückhaltung? Nicht heute, nicht hier. "Miss Bollywood" scheint auf die euphorisierten Fans wie ein Kurzurlaub in den Tropen zu wirken - in der Arena werden sogar Currygerichte serviert. Mit Huhn und Gemüsereis - oder bodenständig mit Pommes. Als Wurst.


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